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CDS/ISIS für DOS
CDS/ISIS ist eine menügeführte Datenbank-Software zum Speichern und Suchen von Information,
die vor allem für die Verarbeitung strukturierter, nicht-numerischer Daten konzipiert wurde.
Die UNESCO gestaltete diese Software so, dass sie sehr geringe Systemressourcen beansprucht und selbst auf heute
kaum noch zu findenden PC mit 286er Prozessoren ohne Probleme seine Dienste tut. Durch frei hinzufügbare
Dialogsprachen ist CDS/ISIS für DOS in nahezu allen Spachen der Welt verfügbar und wurde deshalb zu
einem sehr weit verbreiteten System insbesondere bei Nutzern, die den Schritt zur strukturierten
Digitalisierung ihrer Information mit geringen finanziellen Mitteln bewältigen mußten.
Ein altes, sich durch die nun fast 20-jährige Geschichte von CDS/ISIS ziehendes Vorurteil
besagt, dass CDS/ISIS sich besonders für kleine und mittlere Dokumentationen und Bibliotheken eignet.
Das stimmt, weil dieses Programm von der UNESCO über ein Netz von Distributoren gegen Bezahlung einer
geringfügigen Schutzgebühr zur Deckung der Versandkosten, also nahezu kostenfrei abgegeben wird. Und es
stimmt nicht, weil es in seiner Funktionalität auch sehr professionellen Ansprüchen im Bereich
des Bibliotheks- und Dokumentationswesens genügt. CDS/ISIS ist ein extrem schnelles und leistungsfähiges
System, das ohne weiteres Datenbanken mit mehreren hundertausend Datensätzen verwalten und mit beeindruckender
Schnelligkeit durchsuchen kann.
Was ist CDS/ISIS nicht?
Wenn Sie ein Instrument zur Administration numerischer, fest strukturierter Information suchen,
dass kalkulatorische Aufgaben erfüllen soll, dann liegen Sie mit CDS/ISIS falsch. Vielleicht kann Ihnen
dann ein anderes Computerprogramm der UNESCO weiterhelfen: IDAMS.
Wenn Sie ein Datenbanksystem suchen, dass Verbindungen zwischen verschiedenen Tabellen herstellt,
ein sog. relationales Datenbanksystem, dann sollten Sie ebenfalls nicht unbedingt CDS/ISIS verwenden.
Es ist zwar möglich, innerhalb von CDS/ISIS Relationen zwischen Datensätzen herzustellen, und so über
Hilfsfunktionen quasi relationale Datenstrukturen zu realisiert, aber das Konzept von CDS/ISIS ist nicht
das eines relationalen Datenbanksystems.
Wenn Sie ein vorgefertigtes System suchen, dass nach Installation sofort vom Endbenutzer eingesetzt
werden kann, werden Sie wahrscheinlich ebenfalls enttäuscht. CDS/ISIS ist ein System, keine Anwendung.
Die individuelle Anwendung, die mit diesem System bereitgestellt werden soll (zum Beispiel ein bibliographischer
Katalog), muss zunächst gestaltet werden. Und hier wiederum kennt CDS/ISIS kaum Grenzen. Die Anwendung kann
eine sehr schlichte Datenbank für Adressen, Bücher, Artikel oder andere vorwiegend textbasierte Informtion
sein; sie kann aber auch eine integrierte Bibliotheksverwaltung mit Literaturbestellung, Katalogpflege, OPAC
und Ausleihe - ja sogar ein System sein, das darüber hinaus eine Zeitschriftenumlaufverwaltung ermöglicht.
Für die Realisierung solch komplexer Anwendungen sollte man sich zweifellos bessser an erfahrene Experten wenden.
Aber eine einfache Datenbank kann auch ohne umfassendes Informatikstudium aufgebaut werden.
Die Vorteile von CDS/ISIS
Einer der wichtigsten Vorteile dieses Systems ist die Möglichkeit, Daten beliebig zu strukturieren
und Datenbanken nach individuellen Bedarfen zu gestalten und zu pflegen. CDS/ISIS gehört zu den wenigen sogenannten
Retrievalsystemen, die das Management von frei definierbaren Feldern und innerhalb dieser Felder von ebenso frei
definierbaren Unterfeldern ermöglicht.
Während der Aufbau eines solchen Systems einige Erfahrungen im Umgang mit computergestützten Datenbanken
erfordert, kann es jedoch für den Anwender von CDS/ISIS so eingerichtet werden, dass Datenbanken
auch ohne umfassende Kenntnisse digitaler Informationsverarbeitung gepflegt werden können.
CDS/ISIS für DOS zählt zu den Computerprogrammen der ISIS-Softwarefamilie, die alle mit dem gleichen
Datenformat arbeiten. Es basiert auf international genutzten Formaten, wie MARC, CCF und anderen, die am
ISO-2709-Standard ausgerichtet sind, eine sehr leistungsstarke Suchfunktionalität und darüber hinaus eine
besonders flexible Formatierung der Datenausgabe bietet.
Die verfügbaren Suchfunktionen umfassen feld- und unterfeldspezifische Suchen, die Unterstützung
durch frei definierbare Indexlisten, Wortstammsuchen (sog. Trunkieren), den Einsatz von bool'schen
Operatoren in beliebiger, durch Klammerung definierbarer Reihenfolge, Abstandsoperatoren und vieles mehr.
Die Ausgabe kann sowohl auf dem Bildschirm als auch in Dateien oder auf dem Drucker
erfolgen. Eine mit teuren, professionellen Lösungen vergleichbare Sortierfunktion, die eine Sortierung der
Datenausgabe auf bis zu vier Ebenen ermöglicht, erlaubt die Strukturierung sehr großer Datenmengen.
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